ABU SAÌD AL-HARRAZ

 

ABU L-HASAN AN-NURI

 

ABU L-QASIM AL-GUNAYD

 

AL-HAKIM AT-TIRMIDI

 

AL-HUSAYN b. MANSUR AL-HALLAG

 

ABU NASR AS-SARRAG

 

ABU BAKR  AL-KALABADI

 

ABU `ABD AR- RAHMAN AS-SULAMI

 

ABU SA`ID-I ABU L-HAYR

 

ABU L-QASIM AL-QUSAYRI

 

ABU L_HASAN AL-GULLABI

 

`ABDAHHAH AL-ANSARI AL-HARAWI

 

MUHAMMAD AL-GAZZALI

 

AHMAD-I GAZZALI

 

RASID UD-DIN AL-MAYBUDI

 

ÀYN UL-QUDAT-I HAMADANI

 

ÀBD AL-QADIR AL-GILI

 

RUZBIHAN-I BAQLI

 

FARID UD-DIN-I ´ATTAR

 

`UMAR AS-SUHARAWARDI

 

IBN AL-FARID

 

IBN AL-´ARABI

 

NAGM UD-DIN-I RAZI-I DAYA

 

GALAL UD-DIN-I RUMI

 

`AZIZ-I NASAFI

 

 

SUFI
PROSA
UND
POESIE

 

 

 

 

 

 

 

IBN ´ATA´ALLAH AS-SIKANDARI

 

MAHMUD-I KASANI

 

ABU L-MAFAHIR-I BAHARZI

 

`ALA´ UD-DAWLA-I SIMNANI

 

MAHMUD B. `UTMAN

 

IBN `ABBAD AR-RUNDI

 

IBN HALDUN

 

`ABD AL- KARIM AL-GILI

 

SHAH NI´MATULLAH-I WALI

 

`ABD UR-RAHMAN-I GAMI

 

MUHAMMA- I LAHIGI

 

MUHAMMAD AL-BAQI B. ABD AS-SALAM

 

AHMAD-i FARUQI-I SIRHINDI

 

MUHAMMAD-I DARASUKUH

 

MUZAFFAR`ALISAH-I KIRMANI

 

FADL-I AHMAD-i MA`SUMI

 

MUHAMMAD AMIN AL-KURDI

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Welt um uns, die wir durch unsere Sinne erfahren und durch unser Denken erschließen können, 

und daher auch als „Wirklichkeit“ annehmen, ist für die islamische Mystik nur ein Gleichnis, 

nur Zeichen, Hinweis und nicht das wirklich Wahre.

 

Wer das Gleichnishafte dieser Welt hinter sich lässt und sich mit der Wahrheit einlässt, ist ein Mystiker. 

 

Mystik muss zuerst erlebt werden, dann können Erfahrungen mitgeteilt werden. 

Doch das Erlebte kann nur in einer eigenen Sprache mitgeteilt werden. So erfasst den eigentlichen Sinn mystischer Texte nur, 

wer selbst nicht mehr in der Welt der Gleichnisse gefangen ist. 

 

Ein Begriff für „Mystik“ ist im islamischen Sprachgebrauch nicht zu finden. Doch ist Mystik gemeint, wenn bei den Muslimen von

Sufik, Sufitum oder Sufismus die Rede ist.

 

 

HARRAZ

(gest. 277 / 890)

Was ist das Wesen der Hingabe?

Die Ergebenheit in die Entscheidung des All-Weisen.

Das heißt:

Wer die Werke der Dienstbarkeit dem übergibt,

und unter den Entscheiden der Erhabenheit der Herrlichkeit Gottes in Glück und Unglück verharrt,

der gehört zu den Leuten der Hingabe.

 

 

 SUFI PROSA UND POESIE 

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NURI

(gest. 295 / 907)

Im Herzen des Erkenners gibt es drei Lichter,

das Licht der Erkenntnis,

das Licht des Verstandes,

das Licht des Wissens.

Die Erkenntis gleicht der Sonne,

der Verstand dem Mond,

das Wissen den Sternen.

Das Licht der Erkenntnis verhüllt die Leidenschaft,

das Licht des Verstandes verhüllt die Lust,

das Licht des Wissens verhüllt die Unwissenheit.

Mit dem Licht der Erkenntnis sieht er den Herrn,

mit dem Licht der Erkenntnis nimmt er die Wahrheit auf,

mit dem Licht des Wissens handelt er nach der Wahrheit.

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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GUNAYD

(gest. 298 / 911)

Sie sagten: Wir möchten nach der Lehre der Sufis fragen.

Gunayd antwortete:

Sufik ist himmlisches Wissen, nicht ein irdisches, um das sich der Verstand bemühen könnte, um es zu erfassen. Vielmehr ist es die Frucht einer Lauterkeit der Herzen. Sind diese geläutert, so steigen sie auf. Steigen sie auf, so werden sie sicher. Sind sie sicher, so werden sie reich an Erfahrungen. Auf Grund der Erfahrungen wiederum sehen sie tiefere Zusammenhänge.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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AL- HAKIM AT-TIRMIDI

(gest. ca. 298 / 910)

Gott war und nichts mit ihm.

Da regte sich in Gott das Denken,

sodass das Wissen in Erscheinung trat

und sich der Wille zeigte.

Das erste, was Gott erkannte, war Seine Erkenntnis.

Das erste, was Gott wollte, war Er.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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SARRAG

(gest. 378 / 988)

Der Zustand der Nähe ist einem Menschen eigen, der mit seinem Herzen die Nähe Gottes zu ihm schaut

und sich deshalb Gott naht, indem er ihm gehorcht

und seine geistige Kraft vor Gott durch ständiges Gottgedenken, offen und geheim, konzentriert.

 Nuri fragte einen Mann, der ihn aufgesucht hatte: „Woher kommst du?“

Jener antwortete: “Aus Bagdad.“

Nuri fragte weiter: „Wem hast du dich dort angeschlossen?“

Der Mann antwortete: „Dem Abu Hamza.“

Darauf sagte Nuri: „Wenn du nach Bagdad zurückkommst, dann sage dem Abu Hamza:

Die Nähe der Nähe ist in dem, worauf wir hinweisen, die Ferne der Ferne.“

So hat Abu Ya´qub as-Susi gesagt:

„Solange der Mensch in der Nähe ist, gibt es keine Nähe, bis er sich der nähe durch die Nähe entzieht.

Wenn er aber dem Schauen auf die Nähe durch die Nähe entronnen ist,

so ist das Nähe.“

Gemeint ist: dem Schauen auf seine Nähe zu Gott durch Gottes Nähe zu ihm. -

Der Zustand der Nähe zieht den Zustand der Liebe und den Zustand der Furcht nach sich....

Die Steigerungen der Gewissheit kommen an kein Ende.

Sooft man in der Religion Einsichten und Erkenntnisse gewinnt,

wächst man auch in Gewissheit über Gewissheit.

Die Gewissheit ist die Wurzel aller Zustände

Und bei ihr enden auch alle Zustände.

Höchster Grad der Gewissheit ist Fröhlichkeit ....

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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KALABADI

(gest. 380 (oder 384) / 990 (994))

Der Wollende (murid) ist in Wirklichkeit ein Gewollter (murad)

Und der Gewollte ein Wollender,

denn wer Gott will, will nur durch ein von Gott ausgehendes, ihm zuvorkommendes Wollen.

Der Gewollte ist der, den Gott mit dem Ziehen der All-Macht zieht und dem er die mystischen Zustände enthüllt,

wodurch dann die Kraft des Schauens in ihm eine Anstrengung um Gottes willen,

eine Hinwendung zu ihm und ein Ertragen der von ihm auferlegten Bürden erweckt.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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SULAMI

(gest. 412 / 1021)

Sammlung von Aussprüchen berühmter Sufis:

 

AL-MISRI:

Sufi ist der, dessen Rede, wenn er redet, die mystischen Wirklichkeiten offen legt

Und dessen Glieder, wenn er schweigt, von ihm sagen, dass er die Anhänglichkeiten abgetrennt hat.

Die Vertrautheit mit Gott kommt von der Lauterkeit des Herzens mit Gott.

Mit Gott allein sein ist Abgetrennt-Sein von allem anderen als Gott.

Wenn die Gewissheit im Herzen gesund ist,

ist die Frucht darin gesund.

Wer sich mit seinem Tun schmückt,

dessen gute Taten sind schlechte Taten.

Der Erkenner wird jeden Tag demütiger,

weil er jede Stunde Gott näher kommt.

 

AD-DARANI:

Ehrt die Seele die Zufriedenheit mit dem Lauf des Schicksals!

Welch vorzügliches mittel zu den Rängen der Erkenntnis!

 

AR-RAZI:

Ausdauer in der Zurückgezogenheit ist ein Zeichen von Aufrichtigkeit.

 

AN-NURI

Wer die Dinge durch Gott begreift,

kommt in allen dingen auf Gott zurück.

 

AL-HALLAG

Der Gedankeneinfall von Gott ist der, dem nichts widersteht.

Wenn der Mensch den Standplatz der Erkenntnis erreicht, gibt ihm Gott seinen Gedankeneinfall ein

Und hütet sein Innerstes davor, dass ihm ein anderer Gedankeneinfall kommt als der von Gott.

Wer Gott mit dem Licht des Glaubens sucht,

gleicht jemandem,

der die sonne mit dem Licht der Sterne sucht.

 

AS-SIBLI

Das Sufitum ist die Zügelung deiner Sinne und das Wachen über deine Atemzüge.

Verzicht ist Hinwendung des Herzens von den Dingen zum Herrn der Dinge.

Die Schöpfung kommt mir nicht in den Sinn.

Wie sollte auch die Schöpfung jemandem in den sinn kommen, der den Schöpfer erkannt hat?

 

AN-NAHRAGURI

Die Wüsten des Diesseits werden mit den Füßen durchmessen,

die Wüsten des Jenseits mit dem Herzen.

Das diesseits ist ein Meer, das Jenseits ein Ufer, das Schiff ist die Gottesfürchtigkeit,

und die Menschen sind Reisende.

Am besten von allen Menschen kennt derjenige Gott, der über Ihn am ratlosesten ist.

 

AL-MAGRIBI

Das Herz der Leute der Wahrheit ist ein gegenwärtiges Herz, ihre Ohren sind offene Ohren.

 

ANNASRABADI

Jedes Geheimnis, das von der Torheit des Mensch-Sein frei ist, ist ein göttliches Geheimnis.

Das Blut der verwandten gerät bei der Begegnung in Bewegung,

das Blut der Liebenden aber siedet und kocht.

Die Lasten Gottes können nur die Tragtiere Gottes tragen.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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ABU SA`ID

(gest. 440 / 1049)

Ein Derwisch fragte unseren Scheich: „Scheich, was ist die Wurzel des Wollens?“ Unser Scheich antwortete: „Dass jemandes Wollen ein Werden wird. Es besteht ein Unterschied zwischen Wollen und Werden. Im Wollen stellt sich ein Schwanken ein: bald handelt er, bald nicht. Im Werden kann kein Haar dazwischen kommen. Das Wollen ist partiell, das Werden universell. ...

 

 

 SUFI PROSA UND POESIE 

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QUSAYRI

(gest. 465 / 1072)

Der Novize soll keine weitgespannte Hoffnung hegen. Der Arme ist nämlich der Sohn eines Nu. Wenn er also über die Zukunft Pläne macht und nach anderem Ausschau hält als dem Nu, in dem er sich befindet, und seine Hoffnung auf das setzt, was ihm

noch bevorsteht, dann kommt bei ihm nichts heraus.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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GULLABI

(gest. 465 (569) / 1072 (1077))

Beklommenheit (gabd) und Beglückung (bast) sind zwei Zustände, die dem menschlichen Bemühen entzogen sind, sodass weder ihr kommen durch eine Aneignung (kasb) zustande kommt, noch ihr Gehen durch eine Anstrengung. Gott spricht: Gott macht beklommen und beglückt (Sure 2,245). Beklommenheit besteht in der Beklommenheit des Herzens im Zustand der Verschleierung, Beglückung besteht in der Beglückung des Herzens im Zustand der Enthüllung. Beides kommt von Gott ohne menschliches Bemühen. Die Beklommenheit im Leben der Erkenner ist wie die Furcht im Leben der Novizen, die Beglückung im Leben der Erkenner ist wie die Hoffnung im Leben der Novizen, gemäß der Lehre der Sufis, die die Ausdrücke: „Beklommenheit und Beglückung“ in diesem sinn gebrauchen.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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ANSARI

(gest 481 / 1089)

Einst habe ich einem, der mich nach dem Einheitsbekenntnis der Sufis fragte, mit den folgenden Versen geantwortet:

Kein einziger bekennt die Einheit des Einen,

denn jeder, der seine Einheit bekennt, ist ein Lügner.

Das Einheitsbekenntnis dessen, der seine Beschreibung ausspricht,

ist inhaltsleer, entkräftet durch den Einen.

Gottes Bekenntnis seiner selbst als den einen ist das wahre Bekenntnis seiner Einheit.

Die Beschreibung für den aber, der beschreibt, ist Ketzer.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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AHMAD-I GAZZALI

(gest. 520 / 1126)

Sich durch sein Selbst zu gehören, ist eines, sich durch seinen Geliebten zu gehören ein anderes.

Sich durch sein Selbst zu gehören ist die Unreife des Anfangs der Liebe.

Wenn man aber auf dem Weg der Reife nicht mehr sich gehört und seinem Selbst entrinnt,

dann kommt man zu Ihm, dann mit Ihm von Ihm her zu sich.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MAYBUDI

(gest. 520 / 1126)

Nicht jeder, der den Weg gesehen hat, ist auf dem Weg gegangen,

und nicht jeder, der gegangen ist, hat das Ziel erreicht.

Gar mancher hat gehört, aber nicht gesehen,

gar mancher hat gesehen, aber nicht erkannt,

gar mancher hat erkannt, aber nicht gefunden.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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HAMADANI

(hingerichtet 525 7 1131)

Treuer, zahlreich sind für den Sucher auf dem Wege Gottes die Erfordernisse. Alle Mystiker haben es kurz gesagt. Einer aber ausführlich: Sämtliche Konfessionen der bekannten Gruppierungen sind am Anfang auf dem Weg des Wegschreiters in seinen Augen eine einzige und erscheinen als eine einzige. Stellt er einen unterschied fest oder macht er einen Unterschied, so ist er Trenner und Unterscheider, nicht Sucher. Dieses Unterscheiden ist für den Sucher noch eine Absperrung des Weges.

Kommt er an das Ende des Suchens, so hat er keine Konfession mehr außer der Konfession des Gesuchten.

Man fragte Husayn-i Mansur: „Was für eine Konfession hast du?“

Er antwortete: „Ich habe die Konfession des Herrn.“

Für die Großen des mystischen Weges war ihr Meister Gott.

Sie haben also die Konfession Gottes.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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`ABD AL-QADIR AL-GILI

(gest 561 / 1166)

Wisse, dass eines jeden Menschen Plage danach bemessen ist, wie er sich dem  von der Vorherbestimmung Vorherbestimmten widersetzt und wie er seiner Lust zustimmt und die Zufriedenheit mit dem Ratschluss Gottes aufgibt. Wer mit dem göttlichen Ratschluss zufrieden ist, findet Ruhe.

Alles in allem ist der Zufriedene der, der sich der göttlichen Vorherbestimmung nicht widersetzt. Die Scheiche haben erklärt. „Die Zufriedenheit mit seinem Ratschluss ist das große Tor und das Paradies des Diesseits.“ Das heißt: Wer mit der Zufriedenheit ausgezeichnet wurde, der hat die vollkommenste Weite erreicht und wurde mit der höchsten Gottesnähe beehrt. 

 

 

SUFI PROSA UND POESIE  

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RUZBIHAN

(gest. 606 / 1209)

Einmal schaute ich Gott in den Eigenschaften der Erhabenheit und der Freundlichkeit, während die Engel mit Ihm waren. Ich fragte: „Mein Gott, wie wirst Du meinen Geist ergreifen?“ Er antwortete: „Ich werde aus der Tiefe der Urewigkeit zu dir kommen und mit meiner Hand deinen Geist ergreifen. Ich werde dich zum Standplatz des Mit-Seins führen, dir vom Wein des Nahe-Seins zu trinken geben und dir meine Freundlichkeit und Erhabenheit auf ewig zeigen, so wie du es willst, ohne Vorhang der Trennung.“

 Ein anders Mal sah ich Gott in allerschönster Gestalt. Ich verliebte mich in Seine Schönheit und Seine Eigenschaften und war in Sorge um die Nähe zu Ihm und die Verbindung mit Ihm. Ganz in der Nähe hielt ich mich auf und flehte demütig. Dann zeigte Er sich mir, während Er etwas in der Hand hielt. Ich fragte: „Mein Gott, was ist das?“ Er antwortete: „Dein Herz!“ Ich fragte: „Mein Herz hat einen Rang, der in Deiner Hand ist?“ Nun durchforschte Er mein Herz. Er faltete es auseinander, da überdeckte mein Herz alles vom Gottesthron bis zur Erde. Ich fragte: „Das ist mein Herz?“ Er antwortete: „Das ist dein Herz! Es ist das weiteste aller Dinge.“ Während er mein Herz hielt, ging er in die Region der Wesenswelt. Ich ging mit Ihm, bis ich zur Halle des Übersinnlichen vom Übersinnlichen kam. Ich fragte: „Wohin gehst Du?“ Er antwortete: „In die Welt der Anfangslosigkeit, um auf sie zu schauen. Ich erschaffe in ihr Schöpfungswunder und enthülle mich ihr bis in die endlose Ewigkeit in der Eigenschaft der Göttlichkeit.“ Ich fragte: „ In welcher Eigenschaft warst Du in der Urewigkeit?“ Er sprach: „Dorthin gibt es für dich keinen Zugang.“ Ich flehte und sprach: “Gerade das erbitte ich.“ Da erschien der aller Glanz der Majestät und ich verschwand vollkommen. An mein Innerstes erging das Wort: „Kennst du den Sinn des Prophetenwortes: “Die Herzen sind zwischen zwei Fingern des Erhabenen; Er dreht und wendet sie, wie Er will“? Du hast es zwischen Seinen Fingern gesehen hast.“

 

 

LIEBE - ´ESHQ | SUFI PROSA UND POESIE 

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ATTAR

(gest. 617 / 1220?)

Aus seiner Sammlung von Berichten über Leben und Lehren bekannter Heiliger:

Eine Menge Leute begab sich einmal auf die Reise. Sie sagten zu Abu l-Hasan-i Haraqani: „Scheich, die Reise ist gefährlich. Lehre uns ein Gebet, durch das ein heraufziehendes Unheil abgewendet werden kann!“ Der Scheich sprach: „Wenn euch ein Unheil begegnet, so ruft Abu l-Hasan an!“ Den Leuten missfiel diese Rede. Als sie dann unterwegs waren, tauchten Räuber auf und fielen über sie her. Einer von ihnen rief sogleich den Scheich an und entschwand ihren blicken. Die Räuber schrieen: „Hier war doch ein Mann! Wo ist er hin? Wir sehen weder ihn noch sein Gepäck, noch sein Tier!“ So kam es, dass er und seine Waren keinerlei schaden erlitten, während die anderen nackt und ausgeplündert zurück blieben.

Als sie den Mann heil sahen, waren sie sprachlos vor Staunen, bis er erzählte, wie es dazu kam.

Als sie wieder zum Scheich zurückkamen, fragten sie ihn: „Um Gottes willen, was ist das für ein Geheimnis? Wir alle haben zu Gott gerufen, hatten aber keinen Erfolg. Dieser eine hat zu dir gerufen, und er entschwand ihren Blicken.“ Der Scheich antwortete: „Wenn ihr zu Gott ruft, ruft ihr zu Ihm gleichnishaft., Abu l-Hasan aber tut es wirklich. Ruft Abu l-Hasan an, dann ruft Abu l-Hasan für euch Gott an, und so kommt ihr zum Ziel, Denn wenn ihr Gott nur gleichnishaft und gewohnheitsmäßig anruft, nützt es nichts.“

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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SUHRAWARDI

(gest. 632 / 1234)

Durch die Gottesfürchtigkeit findet man zum reinen Gedanken, durch sie wird dessen Tor geöffnet. Der Gottesdiener verharrt in der Gottesfürchtigkeit, um schließlich seine Glieder gegen verwerfliches tun zu schützen, dann sie gegen Überflüssiges und dinge, die ihm nichts angehen, zu schützen, sodass er nur noch das sagt und tut, was sich nicht vermeiden lässt.

Dann geht seine Gottesfürchtigkeit auf sein Inneres über und reinigt sein Inneres und hält es vom Verwerflichen zurück.  ...

Indes er so auf der Hut ist, erglüht das Herz vom Gottesgedenken wie die Sterne am Zenit des Himmels, und das herz wird zu einem Himmel, der von den schönen Sternen des Gottesgedenkens behütet wird.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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IBN AL-FARID

( gest.632 / 1235)

Es freut sich nicht des Lebens in dieser Welt, wer nüchtern lebt,

Und wer nicht stirbt am Rausch von ihm, entgangen ist die Klugheit ihm.

Sich selbst beweine jeder, der sein Leben hat verschwendet,

Und nichts von diesem Weine war sein Anteil und sein Los.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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DAYA

(gest. 654 / 1256)

Bei Gott! Kein Mensch kann ohne Gott Gottes teilhaftig werden!

Überall jedoch, wo dieser Same vorhanden ist, braucht man für seine Pflege die Stellvertretung und Statthalterschaft Gottes

durch den Propheten oder Scheich, der ihn vertritt.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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NASAFI

(gest. Ende 7. / 13. Jhd.)

Wisse, die Leute der Einheit lehren: Das Sein ist eines, nicht mehr, und dieses Sein ist Gott. Gott ist ein einziges Sein, wirklich und notwendig, urewig und ohne Ende. In Seinem Sein gibt es keine Vielheit und keine Teile.

Derwisch! Wenn ein Wegschreiter eines Tages den Standpunkt erreicht, auf dem er einsieht, dass er weder Wesen noch Eigenschaften, noch Sein, noch Leben hat und dass ihm weder Besitz noch Rang, noch Herrschaft eigen ist, und wenn er erkennt, dass Wesen und Eigenschaften und Sein und Leben Gott eigen und Besitz und Rang und Herrschaft Ihm gehören – an jenem Tag wird an ihn diese Rede ergehen: Wer hat heute die Herrschaft? Und da es außer Gott niemanden gibt, der antworten könnte, wird er selbst die antwort geben: Der eine, allgewaltige Gott (Sure 40,16). Das ist das wesentliche und die Quintessenz der Worte, die die Leute der Einheit zur Erklärung der Einheit des Seins gesprochen haben.

Am Ende ist es so: Die Schönheit des Geliebten findet das Herz des Liebenden von allem anderen als ihr leer. Sie nimmt das ganze Herz des Liebenden in Beschlag, sodass nichts anderes mehr Zugang hat. Dann sieht der Liebende sich selbst nicht mehr. Alles sieht er als den Geliebten an. Wenn der Liebende isst und wenn er schläft und wenn er geht und wenn er kommt, meint er, der Geliebte sei es, der isst und schläft und geht und kommt.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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SIKANDARI

(gest. 709 / 1309)

Das Gottgedenken ist das Freiwerden von Gleichgültigkeit und Vergessen durch ständiges Gegenwärtigsein des Herzens bei Gott. Man sagt auch: Es ist das dauernde Wiederholen des Namen dessen, dessen man gedenkt, mit Herz und Zunge.

Das Gottgedenken ist ein Feuer, das nichts übrig lässt und nichts verschont (Sure 74,28)

Wenn es ein Haus betritt, spricht es: „Ich, nichts anderes!“

Dies ist unter anderem gemeint mit: Es gibt keinen Gott außer Gott.“

Findet es darin Brennholz, so verbrennt es dieses und es wird Feuer.

Wenn darin Finsternis ist, so wird es Licht und erleuchtet das Haus.

Wenn darin Licht ist, so wird es Licht über Licht (Sure 24,35).

Das Vollkommene ist das Entwerden vom Ich und vom Entwerden.

Dem Entwerden zu entwerden ist das Hochziel des Entwerdens.

Das Entwerden aber ist der Anfang des mystischen Weges. Es ist das Hingehen zu Gott.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MAHMUD-I KASANI

(gest. 735 / 1334-5)

Wisse: Es zählt zu den wichtigsten Regeln für den Novizen, dass er die Umgangsformen der Gefolgschaft gegenüber dem Scheich beachtet, denn die Wahrung der Ungangsformen führt die Liebe des Herrn herbei. Die Schönheit des Geistes und die Vollkommenheit des Verstandes können nämlich nur in der gestalt schöner Umgangsformen gesehen werden. Wenn immer also der Novize im Umgang mit dem Scheich die Höflichkeit wahrt, gewinnt er durch die Liebe einen Platz im Herzen des Scheichs, und das Auge des göttlichen Erbarmens ruht auf ihm. Gott schaut ja immer mit den Augen des Erbarmens, der Vorsehung und der Fürsorge auf das Herz seiner Freunde. Indem also der Novize im Herzen des Scheichs einen festen Platz findet, umfasst die Segnung unablässiger Wirkungen des göttlichen Erbarmens und ununterbrochener Herabkünfte nie endender Gnade sein

Sein.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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BAHARZI

(gest. 736 / 1335-6)

Wisse, ehrlicher Novize, dass man keinen von den Standplätzen verleugnen soll, denn eine der Gaben, die Gott in dieser Welt Seinen Geliebten verleiht, ist, dass Er ihnen das Wort. „Sei!“ schenkte – und dies ist die erste Gabe an die Paradiesbewohner des Jenseits.

Aber die Geliebten Gottes üben an diesem Wort: „Sei!“ Verzicht und machen davon keinen Gebrauch. Wenn Gott das Wort: „ Sei!“ Seinen Geliebten schenkt, bitten sie Gott darum, dass sie dieses Wort: „Sei!“ im Diesseits nicht aussprechen mögen und mit diesem Wort nicht die zustände des Jenseits zu enthüllen suchen, bis der tag gekommen ist, an dem sie Gott begegnen.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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SIMNANI

(gest. 736 / 1336)

Je mehr ein Novize redet, um seine Vollkommenheit zu beweisen, oder tut, damit seine Vollkommenheit zutage trete, desto bekümmerter wird der Scheich. Denn der Scheich verlegt sein ganzes Bemühen darauf, das die eigene Vollkommenheit sehende Auge seiner Seele zu schließen und das Auge, das die Vollkommenheit Gottes sieht, zu öffnen.

Die Derwische müssen ständig ihrer Seele auflauern, damit sie jedes Auge, das sie für die eigene Vollkommenheit auftut, sofort wieder schließe. Wenn sie das nicht tun, werden sie erfahren, dass die Seele aus jeder haarspitze ein Auge zum betrachten der eigenen Vollkommenheit öffnet und für den Anblick der Vollkommenheit Gottes blind macht. Denn das ist die Eigenart der Seele.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MAHMUD B.`UTMAN

(gest. 728 / 1328)

Begebenheiten aus dem Leben des 426 / 1035 verstorbenen Scheichs Abu Ishaq al-Kazaruni:

Eines Tages trat ein Derwisch vor den Scheich und sprach: „Scheich, ich brauche dringend fünfzig Dirham und bin zu dir gekommen, damit du mir hilfst!“ Der Scheich antwortete: „Nimm Platz!“ Der Mann setzte sich.

Da kam auch schon jemand zur Tür herein, grüßte, legte ein zusammengebundenes Stück Tuch vor den Scheich und sprach: „Scheich, einige Dirham habe ich dir gebracht, damit du sie für die Derwische verwendest.“

Der Scheich knüpfte das Tuch auf, rief den Derwisch und gab es ihm. Der Derwisch schaute hinein und zählte fünfzig Dirham.

Der Scheich sagte: „Nimm, denn dieses Geld hat man für dich gebracht!“

Dann sprach er: „ Preis sei Gott, dessen Eigenschaft es ist, von einem Ort einen Bittsteller zu schicken und von einem anderen Ort einen Spender, während ich dazwischen Vermittler bin!“

 

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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RUNDI

(gest. 792 / 1390)

 

Dem Wachstum der Glaubensgewissheit ist keine Grenze gesetzt: Je mehr man in religiösen Dingen sich bemüht zu verstehen und zu begreifen, desto mehr wächst man in der Glaubensgewissheit über Glaubensgewissheit. Gott schenke uns davon ein reiches Maß in seiner Huld und Güte.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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IBN HALDUN

(gest. 808 / 1406)

 

Es gibt drei verschiedene Arten des geistigen Kampfes, von denen eine der anderen vorausgeht.

Der erste geistliche Kampf ist der geistliche Kampf der Gottesfürchtigkeit. ...

Der zweite geistliche Kampf ist der geistliche Kampf der Ausgerichtetheit. ...

Der dritte geistliche Kampf ist der geistliche Kampf der Enthüllung und der Einsichtnahme. ....

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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`ABD AL-KARIM AL-GILI

(gest. um 832 / 1428)

 

Wisse - Gott gebe uns und dir das Gelingen und führe dich zu dir und leite dich recht! - Das Streben (himma) ist das Kostbarste, das Gott in den Menschen gelegt hat. 

 

Für Ausgerichtetheit gibt es zwei Merkmale. Das erste Merkmal ist die absolute Gewissheit darüber, dass genau das Gesuchte erreicht wird. Das zweite Merkmal besteht darin, dass alles Tun und Lassen des Strebenden dienlich ist für die Sache, auf die er es mit seinem Streben abgesehen hat. Ist dem nicht so, dann wird er nicht Besitzer eines Strebens genannt. 

 

Wenn du verstanden hast und erkannt hast, so wisse ferner: Wenn auch die Stellung des Strebens hoch ist und sein Rang gewaltig, so ist es doch ein Vorhang der Trennung für den, der bei ihm Halt macht. Er kann erst emporsteigen, nachdem er es (das Streben) abgelegt hat. Herr ist, wer es übersteigt, bevor er seine Geheimnisse kennt und den Geschmack seiner Früchte. ... 

Das heißt: Es gibt keinen Weg außer zu Ihm und es gibt keinen Pfad außer auf Ihm, aber es gibt auch kein Verweilen mit Ihm und bei Ihm, sondern man muss es hinter sich bringen, nachdem man durch es hindurchgegangen ist. Die Wirklichkeit liegt jenseits von Ihm, der Weg aber liegt auf Seinem Hof.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

 

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GAMI

(gest. 898 / 1492)

 

Du bist nichts, wenn du ein Zweites zu dem Zeitlosen bist.

Du bist alles, wenn du nichts wirst.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MUHAMMAD-I LAHIGI

(gest. um 912 / 1506-7)

 

Da der Mensch Erscheinungsort des Wesens und Spiegel aller göttlichen Namen und Eigenschaften ist, kamen auch der Verstand und das Unterscheidungsvermögen, die notwendig zur vollkommenen Erkenntnis gehören, bei seinem Hervortreten zum Vorschein. Darum sagte er: 

 

Im Menschen zeigten sich Verstand und Unterscheidungsvermögen,

Damit er dadurch die Wurzel aller Dinge erkenne.

 

Nachdem der Wegschreiter seinem gewähnten Sein entworden ist, wird er in Gott bestehend, denn "wen Ich getötet habe, dessen Wergeld schulde ich und wessen Wergeld Ich schulde, dessen Wergeld bin Ich". In diesem Bestehen treten die wirklichen Vollkommenheiten der menschlichen Wirklichkeiten vollständig in Erscheinung, und er wird zum Erscheinungsort sämtlicher göttlicher Namen und Eigenschaften.

 

Wirf, o Verstand, das Boot in den Ozean!

Für Nichtiges bleibt kein Platz, "der Wahre ist da."

Die Zeit des "Ich bin Gott!" ist schon gekommen.

Leg den Staub des Redens und Hörens aus der Hand!

Wer einen Beweis für Gott vorbringt,

Sucht mit einer Lampe die Sonne.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MUHAMMAD AL-BAQI b. `ABD AS-SALAM

(gest. 1012 (oder 1014) / 1603 ( oder 1605))

 

Das Einheitsbekenntnismuss man sich aneignen. Das Einheitsbekenntnis der Theologen aber, die die Wirklichkeit erfassen: Nichts Wirkendes ist vorhanden außer Gott." Das bedeutet, dass man jegliche Fähigkeit Gott übergibt und sich ihrer entleert. 

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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AHMAD-I SIRHINDI

(gest. 1034 / 1624)

 

Die Besitzer der göttlichen Wesensenthüllung, die dem Standplatz des herzen ganz und gar entronnen und zu dem gelangt sind, der das Herz verändert, und aus der Sklaverei des Zustandes befreit und zu dem hingefunden haben, der ihn verwandelt, brauchen Musikhören und Ekstase nicht. Denn ihr Nu ist fortdauernd und ihr Zustand immerwährend, ja, sie haben gar keinen Nu und keinen Zustand. Sie sind Väter des Nus und Besitzer der Festigkeit. Sie sind die Angelangten, für die es überhaupt keine Rückkehr und schlechthin kein Vermissen gibt. Bei wem es aber kein Vermissen gibt, bei dem gibt es auch kein Finden in Ekstase.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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DARASUKUH

(hingerichtet 1069 / 1659)

 

Es gibt drei Arten von Licht. 

Wenn es erstens mit der Eigenschaft der Erhabenheit Gottes aufscheint, hat es entweder die Farbe der sonne oder die Farbe des Rubins oder die Farbe des Feuers. 

Wenn es zweitens mit der Eigenschaft der Freundlichkeit Gottes aufscheint, hat es entweder die Farbe des Mondes oder die Farbe des Silbers oder die Farbe von Perlen oder die Farbe des Wassers.

Und drittens das Licht des Wesens Gottes, das über die Eigenschaften erhaben ist. Außer die Freunde Gottes, über die Gott gesagt hat Gott führt seinem Licht zu, wen er will (Sure 24,35), kann dieses keiner erreichen.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MUZAFFAR`ALISAH

(gest. 1215 / 1800-1)

 

Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Der Standpunkt des Gesandter-Seins, der Prophetie und der Heiligkeit ist die Nische, das Glas und die Lampe des Lichtes des Seins. Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist einer Nische zu vergleichen, mit einer Lampe darin. Die Lampe befindet sich in einem Glas, das ist, wie wenn es ein funkelnder Stern wäre (Sure24,35). 

Die Pflicht gegenüber der Heiligkeit (des Imam) lässt sich in der Zeit seiner Verborgenheit nur dadurch erfüllen, dass du dich dem Verfügen des erprobten Gläubigen übergibst, ein für allemal aus deinem eigenen Wählen und Wollen herausgehst, dein Wollen, Wissen und Wählen, ja sogar dein eigenes Sein, im Wollen, Wählen, Wissen und Sein des erprobten Gläubigen verlierst und die Lebensart der Blankspieler der Liebe zur Herrscherin machst, gemäß dem, was Scheich Iraqi gesagt hat:

 

Wir gingen in das Spielhaus: alle sahen wir blankspielen.

Als wir aber in das Kloster kamen: alles augendienerische Asketen.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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FADL-I AHMAD

(gest. 1231-2 / 1815-7)

 

Den Sinn der Formel soll er folgendermaßen betrachten: 

LA: Es gibt nicht - ILAHA: irgendein Angestebtes - ILLA LLAH: außer dem reinen Wesen.

Solange du nicht die Straße mit dem Besen des LA gefegt hast,

Kommst du nicht zum Haus des ILLA LLAH.

 

Selbst Tür und Wand wurden ob der großen Sehnsucht zu Spiegeln:

Wohin immer ich schaue, sehe ich Dein Antlitz.

 

Verliere dich in Ihm! Das ist Vollkommenheit, sonst nichts.

Sei du überhaupt nicht! Das ist Verbundenheit, sonst überhaupt nichts.

 

 

SUFI PROSA UND POESIE 

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MUHAMMAD AMIN AL-KURDI

(gest. 1332 / 1914)

 

Dass durch den Gottesfreund Huldwunder geschehen, ist vom Verstand her möglich 

und von der Überlieferung her Tatsache.

 

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