IBN  EL-ARABI

(gest. 638 / 1240) 

Ibn El-Arabi wurde 1164 in Murcia geboren, studierte in Lissabon Jura und islamische Theologie und ging noch als Knabe nach Sevilla, wo er den Koran und die Überlieferungen studierte. In Corduba besuchte er die Kurse des Scheichs El-Sharrat, tat sich besonders in Rechtswissenschaften hervor und zeigte intellektuelle Fähigkeiten, die seinen Kameraden bei weitem überlegen waren. Seine Freizeit verbrachte er in Gesellschaft der Sufis und begann, Lyrik zu schreiben. Seine Lyrik und seine Redegewandtheit brachten ihn unübertroffenen Ruhm in der spanischen Gesellschaft und in Marokko ein.

         Wie Al Ghasali kam Ibn El-Arabi aus einer Sufi-Familie, kannste sich ausgezeichnet mit den Überlieferung des Islam

         aus und beeinflusste das Denkender westlichen Welt.

 

 

Aus „Die Ringsteine der Weisheitslehren“                                                                         © RICHARD GRAMLICH

 

So begreife denn und ergründe, was ich dir erklärt habe!

Wenn die Sache so ist, wie ich sie dir geschildert habe, dann ist die Welt ein Phantasiegebilde ohne wirkliche Existenz. Und das ist das, was man mit „Vorstellung“ (hiyal) meint. Das heißt: Es wird dir die Vorstellung erweckt, sie sei etwas zusätzliches ( zu dem Einen), in sich selbst Bestehendes, etwas außerhalb Gottes. Dem ist aber in der Tat nicht so.

Der Schatten ist doch in der Sinneswahrnehmung mit der sichtbaren Erscheinung verbunden, von der aus er sich ausdehnt, ohne dass er sich von dieser Verbindung lösen könnte, da sich kein ding von seinem eigenen Wesen lösen kann. Erkenne also dein Wesen, und wer du bist und was deine Selbstheit ist und was deine Beziehung zu Gott, und wodurch du Gott bist und wodurch Welt und Außergöttliches und Nichtgöttliches, und was sonst diesen Ausdrücken gleichkommt.

 

Über die Verborgenheit der Gottesfreunde:

Wenn die großen Gottesfreunde sich selbst überlassen sind, wählt überhaupt keiner von ihnen das öffentliche auftreten. Denn sie wissen, dass Gott sie nicht in erster Intention für sie selbst noch für irgend eines seiner Geschöpfe in der Zugehörigkeit (zu ihnen) geschaffen hat. Er hat sie nur für sich selbst erschaffen, und daher beschäftigen sie sich mit dem, wofür sie erschaffen sind. Wenn aber Gott sie, ohne dass sie selber wählen, durch das, was er von ihnen in die Herzen der Geschöpfe legt, der Öffentlichkeit zeigt, so ist das seine Sache. Selber wirken sie darauf nicht hin.

 

Sag einem Mann, der seinen Schöpfer zu begreifen begehrt:

Das Unvermögen des Begreifens zu erreichen, ist Begreifen.

 

Wer Gott dient in edler Ratlosigkeit, der ist ein Held,

Der den höchsten Grad des Wissens über den Barmherzigen erreicht.

 

Sufische texte - Nimatillahi Sufi-Orden

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